Du bist mit der Produktion deines Songs fertig und möchtest ihn nun in ein Studio zum Mischen geben?
Um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren und die Nerven des  Mixing Engineers zu schonen ist es besonders wichtig, dein Projekt gut auf den Mix vorzubereiten. Wie du das am besten anstellst erklären wir Dir hier…

1) Exportiere einen PreMix (RoughMix)

Damit der Mixing Engineer weiß wohin die Reise gehen soll ist es sinnvoll, den aktuellen Stand deiner Produktion festzuhalten. Bounce dazu einfach dein Projekt im aktuellen Stand. Du hast ja sicherlich schon während der Produktion ein paar Plug-Ins und Effekte benutzt und das Level der Spuren so gewählt wie du es für richtig hältst.

2) Entferne alle Plug-Ins, die für die Produktion nicht essentiell notwendig sind

Hierzu zählen besonders Kompressoren und Equalizer. Oder anders gesagt, 90-100% all deiner Plug-Ins mit einer Ausnahme:  Bestimmte Effekte, die den Sound auf eine spezielle Art und Weise ändern und damit zur „Produktion“ gehören, können drin bleiben. Wenn du dir unsicher bist, exportiere die Spur am besten einmal mit und einmal ohne das Plug-In und gebe dem Engineer hier einen Hinweis.

Wieso das ganze? Beim Export deiner Spuren werden diese Plug-Ins mit in die Audio Datei gerechnet. Die Folge: alle deine Einstellungen sind in Stein gemeißelt, und können vom Mixer nicht mehr verändert werden. Doch beim Mixing ist es manchmal notwendig andere Wege zu gehen als sie von dir ursprünglich angedacht sind. Und genau aus diesem Grund beauftragst du deinen Mixing Engineer ja.

3) Setzte alle Fader auf +/- 0 db

Hier verhält es sich genauso wie mit den Plug-Ins. Das Leveling, also das abstimmen der Lautstärke der einzelnen Spuren, ist eine der Hauptaufgaben beim Mixing. Um deinen Engineer hier genügend Spielraum zu lassen setze daher alle Fader auf +/- 0db was bedeutet, dass die Signale weder angehoben noch abgesenkt werden. So ermöglichst du dem Mischer deinen Mix komplett von vorn zu beginnen.
Du brauchst hier auch keine Angst haben, dass sich das Ergbinis am Ende total von deiner Vorstellung unterscheidet. Ein guter Engineer arbeitet hier mit deinem PreMix (Schritt 1) und setzt den von dir angedachten Mix technisch sauber und ausgewogen um.

4) Exportiere die einzelnen Spuren

Viele DAWs bieten dir inzwischen die Möglichkeit die Spuren aus deinem Projekt einzeln aber auf einen Schlag zu exportieren. Als Format solltest du dazu .wav mit mind. 24 bit wählen. Die Abtastrate, auch Samplingfrequenz genannt, kann dabei variieren.

Ganz wichtig hierbei: Alle Spuren müssen die gleiche Anfangszeit & Endzeit haben. Das bedeutet, dass alle Audiodateien gleichlang sein müssen. Anderenfalls gibt es beim Import der Spuren Probleme die wie folgt aussehen:
Nehmen wir an es handelt sich um einen einfachen Akustik Song. Die Gitarre fängt bei Takt 1 mit einem Intro an, Gesang folgt erst ab Takt 5. Nun exportierst du die Gitarre ab Takt 1 und den Gesang bei Takt 5 und hier gibt es auch erstmal keine Probleme doch sobald der Engineer die Audiodateien in seine DAW lädt, packt diese alle Spuren an den Anfang der Session (Takt 1), mit der Folge: Der Gesang beginnt bei Takt 1 und nicht Takt 5.

Es ist wichtig hier zu wissen, wie die eigene DAW beim Export vorgeht um diese Fehler zu vermeiden. Pro Tools z.B. exportiert im Bounce einzelner Spuren immer von Beginn der Session. Bei anderen DAWs kann es sinnvoll sein die Spuren vorher zu konsolidieren.

Wer eine Anleitung braucht sucht am besten mal bei Google nach seinem DAW Namen zusammen mit dem Begriff konsolidieren.

Hier eine Abbildung von in Pro Tools konsolidierter Spuren. Es ist deutlich zu erkennen, dass alle Audiodaten am Anfang beginnen obwohl einige Signale erst später im Song kommen.

5) Benenne deine Spuren

Mit einer einfachen Sache kannst du dem Mixing Engineer viel Zeit ersparen: Benenne deine Audiodateien. Dateinamen wie Audio 1, Audio 2, Audio 3 usw. sind weniger hilfreich. Verwende stattdessen aussagefähige Namen wie Kick, Snare, HiHat, Keys, Main Vox, Back Vox.

6) Dateien verschicken

Wenn du mit allem fertig bist, importiere die Spuren noch einmal in ein leeres Projekt deiner DAW. So kannst du am besten kontrollieren, dass nichts übersteuert und alles an seinem Platz ist.
Ist alles stimmig verpacke den Order mit deinen Spuren als .zip Datei und lade sie hoch. Hier kannst du einen beliebigen Filehoster verwenden. Gute Studios bieten oftmals einen eigenen Upload auf Ihrer Website oder einem Filehoster an.

Wir selbst bieten hierfür einen WeTransfer+ Link. Unter http://onmix.wetransfer.com können uns ganz einfach Files bis zu einer Größe von 20GB gesendet werden.

7) Vertraue deinem Mixing Engineer

Klingt vielleicht banal aber dieses ist ein sehr wichtiger Punkt auf dieser Liste. Du hast dich bewusst gegen die Alternative entschieden, deine Songs selbst zu Mischen und hast sie stattdessen in die Hände eines Mixing Enginneers gegeben. Natürlich solltest du dir vorerst einige Gedanken machen, wem du deine Musik anvertraust. Lese hierfür gerne unseren Beitrag zum Thema: Wie finde ich den richtigen Mixing Engineer.

Ist deine Wahl erst einmal getroffen Vertraue darauf das der Mixing Engineer die richtigen Entscheidung trifft.

Menü